Emma Woodhouse ist reich, schön und klug, was ist sie als potenzielle Braut sehr attraktiv und begehrt macht. Doch anstatt selbst an die eigene Heirat zu denken, verkuppelt Emma lieber die anderen. Eine nette Beschäftigung, die allerdings allerlei Probleme mit sich bringt. Nicht nur für die erkürten Verliebten, sondern auch für Emma selbst.

Jahr: 2012 (1815)| Seiten: 523 | Verlag: DTV

Emma – eigensinnig und manipulativ

Emma ist wahrlich kein idealer Charakter. Sie hat zwar ihre positiven Seiten, aber es sind ihre Schwächen, die sie für den Leser interessant machen. Sie ist eitel, stur und selbstsicher. Von ihrer Beobachtungsgabe und ihrem Verstand ist sie überzeugt. Sie belehrt, gibt ungefragt Ratschläge und mischt sich in die Angelegenheiten ihrer Mitmenschen ein. Würdet ihr eine solche Person als Freundin haben wollen? Wenn ihr mit „ja“ antwortet, dann muss ich euch diesen Roman unbedingt ans Herz legen. Schaut selbst, was passieren kann, wenn eure Freundin eine solche Person ist. Überlegt euch gut, wem ihr euch anvertraut (Lehrerzeigefinger)! In „Emma“ erfahrt ihr nämlich, was der armen Harriet wiederfahren ist, dessen Liebesleben in Emmas Hände gerät.

5 Gründe, die „Emma“ lesenswert machen

Und wenn ihr mit „nein“ geantwortet habt, dann müsst ihr „Emma“ erst recht lesen. Hier sind 5 Gründe dafür:

  1. Dialoge. Der Roman lebt von Dialogen. Scharfsinnig, klug und witzig, so würde ich die Wortgefechte beschreiben, die Emma mit anderen Personen führt.
  2. Überraschend. Der Romanverlauf ist überhaupt nicht vorhersehbar! Wenn man bedenkt, dass er 1815 erschienen ist, ist es ein sehr gutes Zeichen! Mir ist es nicht gelungen, vorauszuahnen, wer am Ende mit wem verheiratet wird und ob Emma bei ihren Verkuppelungsversuchen Erfolg haben wird.
  3. Gesellschaftliche Konventionen. Wer schon immer wissen wollte, wie die bürgerliche Elite Anfang des 19. Jahrhunderts in England gelebt hat, was sie gegessen, angehabt und begehrt haben, der wird in „Emma“ dieses Wissens fündig.
  4. Der Humor. Obwohl Emma ziemlich unsympathische Charakterzüge hat (Jane Austen soll selbst mal gesagt haben, dass sie mit Emma einen Charakter erschaffen wollte, den keiner mag), ist sie kein negativer Charakter. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum ich sie trotzdem gemocht habe, und bin zu dem Schluss gekommen, dass Jane Austens Humor einen großen Anteil daran hat. Ja, Emma hat ihre Macken, aber diese werden mit offener Ironie und immer mit einem Augenzwinkern herübergebracht. Humor gewinnt eben immer.
  5. Unterhaltsam. Ja, auch Klassiker können unterhalten. Jane Austens „Emma“ bestätigt das. 

Fazit

Alles in allem ist „Emma“ ein toller, unterhaltsamer Roman über eine Verkupplerin, die sich durch ihr Tun und Nichtlassen sich selbst und andere in heikle Situationen manövriert.

Wer allerdings nichts von Hochzeiten und Liebeleien wissen möchte,
ist mit diesem Roman gut bedient: