Ganze zwanzig Leseproben wurden gelesen, die ersten Eindrücke gesammelt und meine persönlichen Favoriten gewählt. Es war wirklich sehr interessant, in jedes Buch der Longlist mal reinzuschnuppern. Auch wenn die meisten Titel mich letztendlich nicht angesprochen haben.

Dieses Jahr sollte alles anders werden und vielleicht wird es das auch. Ich habe mir für das angekündigte Experiment Zeit genommen und die Auswahl der Jury für die Longlist des Deutschen Buchpreises mal näher angeschaut.

Die Themenwahl unter den Longlist-Kandidaten ist groß: von Liebesgeschichte über eine Öko-Dystopie und historischen Roman bis hin zum biografischen Roman – fast jedes Genre, jedes aktuelle Thema ist in der Longlist vertreten. Auch sprachtechnisch wird viel experimentiert. Ein Roman ist in Dialogform geschrieben, ein anderer setzt sich wie ein Puzzle aus Erzählfragmenten zusammen und ein dritter ist ein Epos. Ein sehr breites Spektrum also, so das eigentlich jeder Geschmack bedient werden kann.

Auf meine persönliche Shortlist haben letztendlich die folgenden 6 Bücher geschafft:

Diese Auswahl entstand nach meinem Leseprobenmarathon, aus dem ich nun folgende Erkenntnisse ziehen kann:

  • Die Beschränkung auf 6 Bücher war nicht schwer. Die meisten Leseproben konnten mich leider nicht fesseln.
  • Die Sprache der Longlist-Kandidaten ist oft ungewöhnlich und experimentell.
  • Die meisten Bücher scheinen keine richtige Handlung zu haben. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam.
  • Die Themen sind meistens sehr aktuell (Rassismus, Umwelt, Migration) und düster (Suizid, Familientragödie, kaputte Beziehung). Es gibt aber auch einige Bücher mit ironischem Unterton („Ich an meiner Seite“, „Allegro Pastell“, „Die Infantin trägt den Scheitel links“)
ZWISCHENFAZIT

Die meisten Kandidaten der Longlist werden das breitere Publikum wohl nicht zum Lesen animieren. Zu düster sind die Themen, zu exotisch die Sprache. Auch für mich wittere ich bisher keine Highlights unter den ausgewählten Büchern.